Vorträge

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Donnerstag, 08. November 2018, 18 Uhr 

Prof. Dr. Wulf Raeck (Frankfurt)

Schön oder ähnlich? Ansichten zur antiken Porträtkunst

Während man früher davon ausging, dass antike Porträts das wirkliche Aussehen der dargestellten Personen getreu abbildeten, überwiegt heute die Auffassung, das reale Äußere der Porträtierten habe in der griechisch-römischen Antike keine oder nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Dies widerspricht der Quellenlage und ignoriert vor allem ein entscheidendes Charakteristikum fast der gesamten Porträtkunst: die Mischung von typischen und individuellen Elementen. Die unterschiedliche Gewichtung beider Darstellungsweisen bei Porträts verschiedener Personen bietet erhebliches Potential für die Interpretation antiker Porträts, wie im Vortrag gezeigt werden soll.

Wulf Raeck war Professor für Klassische Archäologie in Greifswald und Frankfurt sowie langjähriger Leiter der Ausgrabungen in Priene in der heutigen Türkei.

 

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Winckelmann-Feier

 

Donnerstag, 13. Dezember 2018, 18 Uhr 

Dr. Daniel Graepler (Göttingen)

Johann Joachim Winckelmann und die Begründung der Archäologie als Universitätsdisziplin

 

Die Klassische Archäologie war bis in jüngste Zeit grundlegend durch Gedanken Johann Joachim Winckelmanns (1717-1768) geprägt. Zu Recht wird er im Doppeljubiläumsjahr 2017/18 als "Vater der Archäologie" gefeiert. Doch wie wurde aus seiner Lehre ein Universitätsfach? Zu verdanken ist dies in erster Linie dem Wirken von Christian Gottlob Heyne (1729-1812) in Göttingen, der seit 1767 zum ersten Mal an einer Universität Vorlesungen zur Kunst der Antike anbot und den Grundstock zur berühmten Göttinger Gipsabguss-Sammlung legte. Der Vortrag wägt die Bedeutung Winckelmanns und Heynes für die Fachwerdung der Archäologie kritisch gegeneinander ab.


Daniel Graepler ist seit 1999 Kustos der Sammlungen am Archäologischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen. Einer seiner Forschungsschwerpunkte liegt in der Wissenschaftsgeschichte der Archäologie.



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Donnerstag, 31. Januar 2019, 18 Uhr 

Prof. Dr. Jörg Rüpke (Erfurt):

Gelebte antike Religion statt "civic religion": Ein Perspektivwechsel

In einer Wende gegen einen Begriff von „Glauben", der zu sehr christlich geprägt scheint, ist antike Religion in den vergangenen Jahrzehnten vor allem als Teil politischer Identität und politischer Strategien verstanden worden: ein System von Regeln, das die Pflichten von Menschen gegenüber Göttern regelt und damit zugleich die Menschen an ihre Stadt bindet: „civic religion". Das „Votiv", die „Weihgabe" scheint diesen Befund selbst für individuelles religiöses Handeln zu bestätigen. Der Vortrag schlägt einen Perspektivenwechsel vor: Gerade am Beispiel des Einsatzes von Objekten in der Kommunikation zwischen Menschen und dem Göttlichen lässt sich aufzeigen, das antike religiöse Praxis vor allem „gelebte Religion" war, die sich immer wieder veränderte.

Jörg Rüpke ist Professor für Vergleichende Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Europäische Polytheismen an der Universität Erfurt und gehört zu den weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der antiken Religion.

 

 

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Donnerstag, 14. Februar 2019, 18 Uhr

 

Dr. Paul Scheding (München):

 Ein antiker Ballungsraum. Städte und Stadtbilder im römischen Nordafrika

 

Im Hinterland des römischen Karthago lagen eine Vielzahl von Siedlungen, die derart dicht zusammenlagen, dass man diese Region als eine Art „römisches Ruhrgebiet" verstehen kann. Als „Kornkammer Roms" erlangte diese Region in der Kaiserzeit zu einen enormen Reichtum, der sich in der Errichtung monumentaler Stadtbilder niederschlug. Der Vortrag behandelt die Frage, ob dieser „antike Ballungsraum" das Erscheinungsbild der Städte und das Leben in ihnen maßgeblich beeinflusst hat.

Paul Scheding ist Akademischer Rat am Institut für Klassische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sein Hauptforschungsschwerpunkt liegt im Bereich des antiken Nordafrika..



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Das vollständige Vortragsprogramm können sie hier downloaden: Leitet Herunterladen der Datei einOktober bis Januar

Alle Veranstaltungen finden -wenn nicht anders angegeben- in der Antikensammlung
bzw. im Vortragssaal der Kunsthalle zu Kiel statt

 

 

Vortragssaal, Kunsthalle zu Kiel

Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel

 

Eintritt

Mitglieder der Freunde der Antike: frei

Nichtmitglieder: € 2,50

Studenten/Schüler: € 1,00

Beginn: 20.00 Uhr (wenn nicht anders angegeben)