Antikensammlung  
     
Plakat der Ausstellung: Die Griechen und das Meer
 
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Die Ausstellung wurde erarbeitet und gestaltet durch das Opens external link in new windowLandesamt für Archäologie Sachsen mit Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden

Chr. Zindel, Meeresleben und Jenseitsfahrt. Die Fischteller der Sammlung Florence Gottet, 1998, S.14

Was sind Fischteller?

Als Fischteller bezeichnen wir eine keramische Form, unabhängig von der gemalten Dekoration. Sie zeichnet sich durch einen auffälligen Hängerand und eine Mittelvertiefung aus, während der Fuß je nach Landschaft und Zeitstellung erheblich variiert. Natürlich erhielt die Form diesen Namen wegen der Fische, welche häufig auf die Tellerfläche gemalt sind; entscheidend für die Verfestigung der Benennung war indessen die aus der Bemalung abgeleitete Deutung der Teller: Sie seien zum Auftragen von Fischen beim Mahle verwendet worden.  (Chr. Zindel, Meeresleben und Jenseitsfahrt. Die Fischteller der Sammlung Florence Gottet, 1998, S.14)

Fischteller

Wozu dienten Fischteller in der Antike?
Diese Frage ist für uns heute schwer zu beantworten. Zu vieldeutig sind die Informationen, die wir den Befunden entnehmen können. Auch wenn ihr eigentlicher Verwendungszweck uns bis heute verborgen ist, so sind auch nach fast 2500 Jahren diese Kunstwerke ebenso reizvoll anzusehen wie in ihrer Bestimmung und Verwendung mehr­deutig: Die Teller, die in den griechischen Kolonien im westlichen Mittelmeergebiet hergestellt wurden, dienten in der Regel als Grab­beigaben und nicht wie im griechischen Mutterland als Tafelgeschirr. Dies zeigt sich in der Auswahl der Motive. Während in Athen die Abbildung von essbaren Fischen die Funktion des Fischtellers ver­deutlichte, wurde im Westen häufig der Delphin abgebildet. Er steht für das Sinnbild des Lebens. Die Ausstellung will die wichtigsten Überlegungen zur Nutzung dieser bedeutenden Gefäßgattung vorstellen.

Fischteller

Die Griechen und das Meer
Die Griechen galten zusammen mit den Phöniziern, die an den Küsten des heutigen Libanons und Syriens siedelten, als die Seefahrer der Alten Welt. Seit etwa 750 v. Chr. gründeten die Griechen außerhalb ihrer angestammten Wohngebiete im heutigen Griechenland sowie in Teilen der Westtürkei und auf Zypern Städte (Kolonien) und Handelskontore (Emporia) an den Küsten des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres. Vor allem in Süditalien und Südfrankreich entstanden bis um 500 v. Chr. große, noch heute bestehende Städte. Mit der Kolonisation begann der Handel bei den Griechen aufzublühen. Ihr größter Exportschlager waren Gefäße aus Metall und Ton. Von keiner anderen antiken Kultur wurden so viele Gefäße vertrieben. Obwohl die Griechen das Meer intensiv befuhren, blieb es ihnen immer auch ungeheuerlich. Die Gefahren waren zu groß und so mieden sie es auch in die offene See hinauszufahren und blieben nach Möglichkeit immer in Küstennähe. Viele Mythen von Meereswesen und Seeungeheuern taten das Ihrige, wie es die Geschichten von Charybdis und Skylla oder die des griechischen Helden Odysseus zeigen.

Fischteller mit Krake

Was zeigt die Ausstellung?
Nicht nur für Kiel ist diese außergewöhnliche und spielerische Präsentation, deren Konzept zunächst für das Landesmuseum für Vorgeschichte in Dresden erarbeitet wurde, eine Premiere. Erstmals überhaupt hat sich die Schweizer Sammlerfamilie Gottet bereiterklärt, die kostbaren Kunstschätze der Öffentlichkeit zu zeigen.

Die Ausstellung wird bereichert durch Exponate des Naturkunde­museums in Berlin. In Kombination mit Präparaten von Fischen sowie aus dem Mittelmeergebiet stammenden Fossilien dienen sie der Darstellung des Verhältnisses, das die antiken Griechen zum Meer hatten.

Literatur

Christian Zindel, Meeresleben und Jenseitsfahrt. Die Fischteller der Sammlung Florence Gottet, Akanthus - Verlag für Archäologie (Kilchberg/Zürich 1998)

Die Ausstellung wurde erarbeitet und gestaltet durch das Landesamt für
Archäologie Sachsen mit Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden
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